Schwangere Mutter mit Schwestern küssen den Babybauch und lächeln in die Kamera

10 Fototipps: Wie man sich und die eigenen Kinder ganz easy zuhause fotografiert

10 Fototipps: Wie man sich und die eigenen Kinder ganz entspannt&easy zuhause fotografiert

 

Auch mir als Fotografin geht es so- ich mache viel zu selten Bilder von meinen Kindern- und Bilder zusammen mit meinen Kindern und mir, gibt es so gut wie gar nicht. Oft schiebt man Bilder von den Kindern und sich monatelang vor sich her, dabei verändern die Kleinen sich so schnell!

Ich muss mir das also schon sehr bewusst vornehmen, um uns mal zusammen zu fotografieren.

Geht euch das auch so?

 

Wie ihr ganz entspannt und easy zuhause schöne Bilder von euch und euren Kindern machen könnt, (ob mit „richtiger“ Kamera oder Smartphone) erzähle ich euch hier.

 

Meine 10 Fototipps in der Übersicht:

  1. Passende Situation abwarten
  2. Den richtigen Ort zuhause wählen
  3. Das passende Licht wählen
  4. Ein „Stativ“ bauen
  5. Schärfe, Zeit, Blende, ISO-Zahl einstellen (Kamera) bzw. Selfie-Modus (Handy)
  6. Selbstauslöser
  7. Kinder und sich selber positionieren
  8. Mehrere Aufnahmen machen und auf EUREN Gesichtsausdruck achten
  9. Bildbearbeitung
  10. Gelassen bleiben

Schwangere Mutter mit Schwestern küssen den Babybauch

 

1.Passende Situation abwarten

Nehmt euch lieber einen Zeitraum als einen genauen Zeitpunkt vor. Ich bin zum Beispiel öfter mal mit den Kindern am Samstagvormittag alleine zuhause, an denen wir dann auch einfach nur freie (Spiel-)zeit haben. Wenn ich Bilder für so einen Tag plane, versuche ich meine Kinder morgens gleich schon Kleidung anzuziehen, die ich auch auf Bildern schön finde (nicht zu wilde Muster oder Prints, Farben, die einigermaßen gut zusammen passen). Dann gibt es zwischendurch nicht ein „nerviges“ Aus- und Anziehen.

Ich lasse die Kinder erst mal spielen und baue in Ruhe eine Art kleines Fotoset auf. Irgendwann beim Spielen kommt dann ein passender Moment, in dem ich sage „Kommt lasst uns doch mal ein Foto von uns machen“.

Im Idealfall sagen sie ja, manchmal haben sie auch keine Lust. Normalerweise möchte aber immer eine der beiden mitmachen (und dann will die andere auch, das ist der Vorteil bei zwei Kindern). Wenn sie aber keine Lust haben, ist es auch völlig Ok. Das wichtigste bei Kindern und Fotografieren ist- kein Zwang! Manchmal hilft es auch, wenn ich dann einfach Bilder von mir selber mache, dann wollen sie auch :-).

 

2. Den richtigen Ort zuhause wählen

Da die wenigsten über professionelles Fotolicht und Hintergrund verfügen, ist hier mein Tipp, sucht euch einen schlichten Hintergrund (helle Wand, Bett mit nicht zu unruhiger Bettwäsche, Sofa oä.). Je aufgeräumter und schlichter, desto besser!

Außerdem solltet ihr alle Platz haben, um bequem stehen oder sitzen zu können.

 

3. Das passende Licht wählen

Und das ist viel indirektes Tageslicht! Um die Mittagszeit ist es in der Regel (das hängt natürlich auch  von der Wetterlage ab) am hellsten. Schaltet alle künstlichen Lichtquellen aus und sucht euch einen Platz, an dem das Tageslicht schön gleichmäßig auf das Gesicht fällt. Dieses ist meistens in der Nähe eines Fensters (Gesicht zum Fenster zeigend). Im Idealfall gibt es eine großflächige Lichtquelle und eine etwas seitlichere, kleinere. Wenn ihr das alles nicht habt, könnt ihr auch ein großes weißes Bettlaken euch gegenüber aufhängen (hinter der Kamera), dann habt ihr eine Aufhellung in euren Gesichtern.  Direkte Sonne solltet ihr vermeiden, da diese harte Schatten und Konturen macht.

 

4. Ein „Stativ“ bauen

Ich habe ein professionelles Stativ, nutze aber in privaten Situationen auch oft kleine, gebaute Lösungen um Bilder von uns zu machen.

Das Handy kann man einfach an ein Glas oä lehnen, die Kamera legt man auf einen Hocker oder Tisch und stützt das Objektiv von unten mit ein paar Büchern, damit die Kamera nicht zu sehr kippt. Ich versuche immer eine Perspektive „auf Augenhöhe“ zu wählen, das sieht am natürlichsten aus.

 

5.  Schärfe, Zeit, Blende, ISO-Zahl einstellen (Kamera) bzw. Selfie-Modus (Handy)

Jetzt zu den technischen Einstellungen:

Versucht schon vorab den richtigen Winkel der Kamera und die Schärfe einzustellen, denn Kinder haben eine geringe Aufmerksamkeitsspanne und können nicht minutenlang warten, bis man mit allen Einstellungen fertig ist.

Ich nehme als Hilfe einen Stuhl oder Kissen, den ich zur Schärfeeinstellung auf die Position stelle, auf der wir später stehen bzw. sitzen. Bei der Kamera stelle ich dann in den „manuell scharf stellen“ Modus, damit sich die Schärfe durch den Autofokus nicht wieder verstellt.

Es kommt natürlich immer auf das Umgebungslicht drauf an (je heller, desto besser), aber versucht bei der Zeit nicht unter 1/60 sec. zu gehen. Die Blende (f) stellt ihr auf den niedrigsten Wert, den ihr einstellen könnt.

Dann gibt es noch die ISO-Zahl, je höher ihr die stellt, desto mehr Licht kann der Sensor einfangen aber desto „rauschiger “ wird das Bild. Hier kommt es auf die Kamera und Objektiv an, wie weit ihr sie hochdrehen könnt, damit es noch gut aussieht- also einfach mal testen.

Wenn euch das völlig überfordert, wählt am besten den „Porträt-Modus“ oder „Auto-Modus“ (außer Schärfe, die am besten manuell).

Beim Handy kann man den Selfie-Modus einstellen, das stellt später beim Auslösen fast von selbst scharf und belichtet auch optimal.

 

6. Selbstauslöser

Ich nutze immer den Selbstauslöser-Modus. Ich habe war auch Kabel und „Funkys“, mit denen ich per Kabel/Funk auslösen kann, finde es aber eher unschön, diese auf dem Bild mit zu zeigen.

Ideal sind die 10 sec, die man in der Regel einstellen kann. Denn ihr müsst später die Kamera auslösen UND in das Bild laufen und euch dort positionieren!

 

7. Kinder und sich selber positionieren

Dann überlegt ihr, wo ihr gerne sitzen oder stehen möchtet und wo die Kinder sich positionieren sollen.

Am besten erklärt ihr einmal, dass Mama/Papa z.B. in der Mitte steht und kurz auf den Auslöser drücken muss und wo genau sich eure Kinder hinstellen sollen.

Erklärt ihnen am besten auch, was sie zu tun haben (z.B. „schaut dort lächelnd in die Kamera“ oder „kuschelt euch gleich an Mama/Papa an).

Und dann geht es schon los. Die Kinder stehen in Position, ihr drückt seitlich zur Kamera/Handy stehend auf den Auslöser (damit ihr nicht das Bild verdeckt) und geht schnell zurück auf eure Fotoposition.

 

8. Mehrere Aufnahmen machen und auf EUREN Gesichtsausdruck achten

Macht mehrere Aufnahmen. Wenn eines der Kinder möchte, kann es auch mal auf den Auslöser drücken (das finden sie oft ganz toll).

Achtet auch darauf, wie ihr schaut. Eltern haben oft die Tendenz mit ihren Kindern auf Bildern zu reden oder zu überprüfen „ob sie auch gut gucken“obwohl sie ja selber fotografiert werden! Dann gucken die Kinder ausgerechntet gerade am schönsten aber die Eltern haben den Mund verzogen. Also einfach konsequent lächeln und in die Kamera schauen (oder wohin auch immer ihr auf dem Bild schauen wollt).

 

9. Bildbearbeitung

Die meisten denken da gleich an Photoshop und ja, das ist für absolute Laien bei der Bildbearbeitung viel zu kompliziert. Es gibt aber auch ganz wunderbar einfache, kostenfreie Apps und Programme, die leicht zu bedienen sind.

Auf dem Handy:
  • VSCO
  • Snapseed
  • Afterlight
  • oder einfach das normale Bildbearbeitungsprogramm auf dem Handy.

Damit könnt ihr die Bilder je nach Bedarf einfach etwas heller und kontrastreicher machen. Die meisten Programme haben auch einfache Tools um Pickel oder Flecken wegzumachen.

 

Auf dem Computer:
  • GIMP
  • Photoshop CS2
  • Paint
  • Picasa
  • Da schaut ihr am besten, mit welchem ihr am einfachsten zurechtkommt.

 

10. Gelassen bleiben

Manchmal hat man alles bis zum Punkt 8 geschafft und dann strecken die Kinder die ganze Zeit die Zunge heraus oder  auf jedem Bild schaut einer blöd, ein Kind fängt an zu heulen etc.

Das passiert einfach. Nehmt es mit Gelassenheit und Humor! Lasst sie einfach das machen, wozu sie gerade Lust haben. Manchmal entstehen dann auch besonders schöne Motive!

Bitte nicht schimpfen oder genervt sein, dann haben sie das nächste Mal erst Recht keine Lust mitzumachen. Einmal hat Martha (unsere Vierjährige) wirklich auf jedem Bild Grimassen geschnitten und war dann später selber ganz entrüstet, dass sie ja „immer die Augen so weit aufgerissen habe“.

Hier übrigens meine „Outtakes“ der letzten Bilderserie und Titelbild, die ich von uns gemacht habe (am Ende saß Lotte übrigens heulend auf dem Boden).

 

Schwangere Mutter mit Schwestern küssen den Babybauch und lächeln in die Kamera

Zum Schluss:

Ich hoffe, dass euch die Fototipps ein bisschen weiterhelfen.

Ganz viel Spaß beim Fotografieren und Ausprobieren und ganz wunderbare Bilder von euch!

 

Eure Jelli

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