Freiberufliche Fotografin mit Babybauch vor weißer Wand

Freiberuflich & Baby – wie ich die Babyauszeit beruflich vorbereite

Freiberuflich & Baby – so bereite ich mich auf die Babyauszeit beruflich vor

 

Als ich mit unserer ersten Tochter Martha schwanger war, habe ich mir sehr große Sorgen gemacht wie es danach beruflich für mich weitergeht und habe viele Artikel und Erfahrungsberichte über Selbstständigkeit und Baby gelesen.

Das hat mir sehr  geholfen, besonders die ganz konkreten Tipps, die ich damals für mich mitgenommen habe.

Bei unserer zweiten Tochter Lotte war es dann gedanklich schon etwas einfacherer damit umzugehen und jetzt, bei Nummer 3 bin ich fast schon entspannt. 🙂

Obwohl die Herausforderung wie ich die Babyauszeit organisiere und Angst, ob Kunden bleiben/mich weiter buchen, natürlich trotzdem da ist. Aber ich bin wie gesagt allgemein etwas gelassener, da ich die Situation schon zweimal erlebt habe.

 

Grundvorraussetzungen

Also, erst einmal arbeite ich sehr gerne, da mein Beruf, das Fotografieren, für mich totale Sinnerfüllung ist; das heißt, es ist keine Belastung für mich zu arbeiten, ich liebe das einfach.

Trotzdem gibt es natürlich auch ein paar „hard facts“, über die ich hier schreiben möchte, um anderen freiberuflichen Frauen bei Fragen zu der Babyplanung bei Selbstständigkeit zu helfen.

 

Freiberufliche Fotografin mit Babybauch vor weißer Wand

 

Nur eine kurze Babyauszeit

Ich plane nur eine kurze Babyauszeit. Natürlich werde ich ein paar Wochen nach der Geburt zuhause bleiben und höchstens Emails und Telefonate beantworten. Und allgemein habe ich vor in den nächsten Monaten nach der Geburt etwas weniger zu arbeiten als regulär. Dafür ist mir mir die Zeit mit dem kleinen Baby einfach zu wertvoll.

Ansonsten plane ich relativ schnell wieder die ersten Jobs zu machen. Grundvoraussetzung ist natürlich immer, dass es dem Baby und mir gut geht.

 

Schneller Jobeinstieg/Finanzielle Situation

Das mit dem schnellen Jobeinstieg ist bei mir kein absolutes Muss- ich bin in der Künstersozialkasse und habe so wie jeder angestellte Arbeitnehmer Anspruch auf Mutterschutz und Elternzeit und damit Eltenrgeld, worüber ich auch sehr, sehr dankbar bin.

Bei Martha war ich noch gar nicht in der Künstlersozialkasse und konnte das damals nur überbrücken, weil ich noch relativ am Anfang der Selbstständigkeit war und meine Fixkosten gering waren.

Allerdings sind es beim Mutterschutzgeld- und Elterngeld auch „nur“ 67 % des durchschnittlichen Nettogehaltes.

Dass als Freiberufler bzw. Selbstständige bestimmte Kosten trotzdem weiterlaufen (ich muss ja mit meinem Umsatz quasi immer den Bruttolohn mitdazuverdienen, da ich mein eigener Arbeitgeber bin), schafft eine erhebliche finanzielle Lücke, die ich entweder vorab oder später füllen muss. Bei selbstständigen Frauen, die nicht in der Künstlersozialkasse oder ähnliche Hilfen haben, ist die finanzielle Lücke, die zu füllen ist, nochmal höher.

 

Freiberufliche Fotografin mit Babybauch vor weißer Wand

 

 

Längerfristig planen: Thema Geld

Das heißt für mich also; langfristig planen und Geld ansparen, am besten schon ein paar Monate oder ein Jahr vorher.

Ich habe also Geld angespart- nicht für eine neue Kamera, einen Urlaub oder ähnliches, sondern für ein Baby. Wie viel man genau braucht ist natürlich von dem sonstigen Umsatz und Einkommen abhängig. Bei mir sind es ein paar tausend Euro, die ich jetzt für die Mutterschutz- und ungefähr zwei Monate Elternzeit brauche.

 

Längerfristig planen: Thema Termine

Weit im Voraus geplant habe ich auch, wann ich welche Besichtigungstermine, Vortreffen mit Hochzeitspaaren etc. annehme.

So weit es ging, habe ich die meinsten Vortreffen für die Hochzeiten und Werbejobs, für die ich für den Frühsommer angefragt wurde, bis spätestens Anfang Februar (also ca. 6-8 Wochen vor dem Geburtstermin) abgehalten. Das geht auf jeden Fall besser, wenn das Baby noch im Bauch ist als wenn ich es stundenweise dann nach ein paar Wochen schon abgeben muss.

Einige meiner längerfristigen bzw. regelmäßigen Auftraggeber habe ich natürlich über die Schwangerschaft infomiert und besprochen ab wann ich wieder fotografieren werde. Hier kann ich natürlich nur hoffen, dass ich wieder angefragt werde. Mittlerweile sehe ich es aber auch als Chance (wenn Kunden mich nicht mehr buchen sollten), einfach mal neue Wege zu gehen und neue Jobs auszuprobieren.

 

Längerfristig planen: Office

Nach Möglichkeit habe ich alle Bildbearbeitungsprojekte abgeschlossen, Umsatzsteuer- und Steuerunterlagen vorbereitet und  alle Abrechnungen vorbereitet bzw. abgeschlossen.

Ich muss zum Beispiel bis Mitte April meine Umsatzsteuer für das erste Quartal abgeben, das bereite ich schon soweit vor, dass ich wirklich nur noch einzelne Belege mitabheften oder einreichen muss.

 

Meine persönliche Lücke

Wo bei mir eine Lücke ist? Wenn ich länger ausfalle und gar nicht arbeiten kann. Das kann ja nach einer Geburt oder wenn es dem Baby nicht gut geht immer mal sein.

Zwar bekomme ich auch nach 60 Tagen Krankengeld, allerdings wieder prozentual.

Ehrlich gesagt ist das zwar ein Punkt, der mir immer mal wieder in den Sinn kommt, über den ich dann aber nie wirklich länger nachdenke. In der Hinsicht lebe ich nach dem Motto „Von Tag zu Tag denken“.
Ein wenig Gelassenheit muss man hier denke ich einfach beibehalten, sonst macht man sich wirklich verrückt.

Freiberufliche Fotografin mit Babybauch vor weißer Wand

 

Zusammenfassung

 

Auch wenn es ein wenig lästig ist, am besten ein oder zwei Jahre das Baby und die Babyauszeit zu planen, ist das doch die beste Möglichkeit sich selbst möglichst gelassen auf diese Zeit vorzubereiten.

 

Habt ihr Tipps oder selber bestimmte Dinge, mit denen ihr bei der Planung sehr gute oder eher schlechte Erfahrungen gemacht habt?

Mich würde es sehr interessieren, wie ihr eure Babyauszeit (sowohl als Freiberuflerin/Selbstständige als auch als Angestellte) vorbereitet habt!

Eure Jelli

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