Neugeborenes Baby Mädchen, das mit Kaiserschnitt geboren wurde,liegt auf rosa Decke und schläft

Eine Woche Baby Rosa- und eine schöne Geburt MIT Kaiserschnitt

Eine Woche Baby Rosa- und eine schöne Geburt MIT Kaiserschnitt

Wir/ich hätten es nicht gedacht, aber unsere kleine Rosa kam dann wirklich 10 Tage früher als der geplante Entbindungstermin (ET) zur Welt.

Da unsere ersten beiden nach dem geplanten ET zur Welt kamen, hatte ich es für unsere dritte Tochter auch so vermutet- besonders da alle drei Schwangerschaften sehr ähnlich verliefen.

 

Wie ich mich auf diese (angestrebt natürliche) Geburt vorbereitet habe und warum es trotz des Kaiserschnittes trotzdem eine schöne Geburt war, lest ihr hier.

 

Geplanter Kaiserschnitt

Schon direkt nach dem zweiten Kaiserschnitt wurde mir gesagt, falls ich noch ein Kind plane, werde das auf jeden Fall eine Geburt mit geplantem Kaiserschnitt. Das Risiko einer sogenannten „Gebärmutter-Ruptur“ (die Gebärmutterwand hält dem Druck in der Schwangerschaft bzw. unter der Geburt nicht stand und reißt) sei einfach zu hoch.

Babybauch in der 39. Schwangerschaftswoche mit Geburt nach Kaiserschnitt

Grundsätzlich muss ich sagen, dass ich sehr froh bin, dass wir in einem Land leben, in dem wir eine so sichere und moderne Medizin und Technik haben, die komplikationslose Kaiserschnitte ermöglichen.

Und für mich ist es bindungstechnisch auch nie ein Problem gewesen, dass ich die beiden ersten Geburten mit Kaiserschnitte (und Vollnarkose) hatte.

Anpassungsstörungen, mit denen Neugeborene, die mit Kaiserschnitt zur Welt gekommen sind, wohl häufiger haben, hatten meine beiden ersten nicht, das Stillen hat wunderbar geklappt.

Bei beiden hatte ich einen Geburtsstillstand in der Eröffnungsphase (trotz starker, regelmäßiger Wehen über Stunden hinweg).

Bei unserer ersten wurde es dann leider irgendwann ein Notkaiserschnitt- umso dankbarer war und bin ich über die Möglichkeit per Kaiserschnitt entbinden zu können.

 

Nicht zufrieden geben mit…

Während der dritten Schwangerschaft hatte sich das mit dem dritten, geplanten Kaiserschnitt dann auch erst mal so bei mir verfestigt. Das Thema Geburt war lange irgendwie „weit weg“.

 

Bis ich dann Ende des 7./ Anfang des 8. Monats doch öfter darüber nachdachte, dass es sich nicht richtig anfühlt.

Also ja, Kaiserschnitt wäre Ok, aber dieser geplante Kaiserschnitt wurde für mich eine Vorstellung, mit der ich mich einfach nicht zufrieden geben wollte.

Schließlich war ich total fit, die Schwangerschaft verlief problemlos, dem Baby im Bauch, also Rosa, ging es immer gut.

Warum sollte also ein gesundes Kind dann auf die Welt kommen, wenn wir (Ärzte, Hebammen, Klinikkalender, ich) es planen, anstatt selber die Geburt zu beginnen. Immerhin hatte ich auch bei den ersten beiden jeweils einen natürlichen Geburtsbeginn mit Wehen gehabt.

Hinzu kommt, dass der geplante Kaiserschnitt zwei Wochen vor dem eigentlichen Termin hätte stattfinden sollen. Das fand ich wie gesagt bei gesundem Baby im Bauch und gesunder Mama viel zu früh. Und der Vermutung, dass auch meine dritte Tochter eher NACH dem ET zur Welt kommen wird (dass sie dann 10 Tage früher kommen wollte, konnte ja keiner wissen :-)).

 

Die richtige Geburtsklinik

Leider wurde ich im Zuge des Geburtsplanungsgespräches bei meiner favorisierten Geburtsklinik, in der ich auch schon die ersten beiden bekommen hatte, ziemlich harsch mit den Worten „das wird immer so gemacht und es gibt keine Alternative“ mit meinem Vorhaben abgewiesen.

Zunächst war ich etwas verzweifelt, da mir das ziemlich viel Mut genommen hatte.

Meine Frauenärztin und die Hebamme aus der angeschlossenen Hebammenpraxis unterstützten mich zwar mental, konnten mir aber auch nicht so richtig weiterhelfen, ob es überhaupt in einer der umliegenden Klinik möglich ist, eine „natürliche Geburt nach zwei Kaiserschnitten“ zu planen.

Babybauch in der 39. Schwangerschaftswoche mit Geburt nach Kaiserschnitt

Klar, man kann natürlich auch zuhause entbinden oder einfach mit Wehen in eine Klinik fahren. Die erste Variante wäre für mich zu unsicher gewesen, dem Stress der zweiten Variante wollte ich mich aber auch nicht gerade aussetzen.

Nach dann relativ kurzfristig stattfindenden Geburts-planungsgesprächen in den zwei großen Kliniken in Kiel (ich war mittlerweile schon in der 36.SSW und in der 37.SSW, da man diese Gespräche erst relativ spät führt), stellte sich heraus, dass es in beiden Kliniken möglich ist (zumindest bei meiner Vorgeschichte und Schwangerschaftsverlauf) nochmal eine natürliche Geburt nach zwei Kaiserschnitten zu versuchen.

Natürlich musste ich eine Einverständniserklärung unterschreiben, dass ich das totale Risiko trage.

Ich habe mich dann für das Städtische Krankenhaus in Kiel entschieden, einfach weil es dort etwas kleiner und übersichtlicher war und an der Uniklinik aktuell durch die Baustellensituation so viel Trubel herrscht. Fachlich habe ich mich dort aber auch sehr gut aufgehoben gefühlt.

 

Vorbereitung auf die Geburt

Vorbereitet hatte ich mich auf die Geburt mit Schwangerschaftsyoga (lieben Dank noch einmal an Franzi von Karuna Life Force für die schönen Yogastunden) und mit geburtsvorbereitender Akkupunktur. Und ich habe Texte, Blogbeiträge und Literatur zum Thema „natürliche Geburt nach Kaiserschnitt“ gelesen sowie YouTube-Videos mit Atemübungen und Wehentechniken angeschaut. Mir hat es sehr geholfen, mein Vorhaben, eine natürliche Geburt anzustreben, selbstsicher zu vertreten.

 

Die Geburt, noch zuhause

Babyfüße eines neugeborenen Babys das mit Kaiserschnitt geboren wurde

Wie gesagt ging die Geburt dann 10 Tage vor ET los. Vielleicht hatte es auch damit zu tun, dass meine Zwillingsschwester gerade aus den Niederlanden da war… Sie hat mich während der Wehen und unter der Geburt sehr unterstützt hatte und war eine sehr große Hilfe.

Und es ging wie bei meinen ersten beiden Kindern ganz natürlich los. Morgens mit einem vorzeitigen Blasensprung und dann über den Vormittag und ab Mittag immer stärker werdenden Wehen, die bis zum Nachmittag dann noch regelmäßiger und stärker wurden.

 

Die Geburt, im Krankenhaus

Nachdem die Wehen im 4-5 Minuten Takt kamen, bin ich zusammen mit meiner Schwester zur Klinik aufgebrochen.

Thomas ist erst einmal zuhause geblieben, was sich für mich und für ihn in der Situation gerade richtig angefühlt hatte.

Nach mehrstündigen, sehr regelmäßiger und starker Wehentätigkeit in immer kürzeren Abständen, Einsatz von Schmerzmitteln, hatte sich bis 22 Uhr leider noch gar nichts getan- der Gebärmutterhals stand immer noch auf 1,5 cm, geschweige denn, dass sich der Muttermund geöffnet hatte.

Die Hebamme, die mich bei dem Wunsch nach einer natürlichen Geburt unterstützt hatte, die Ärzte und ich beschlossen dann (nach einiger Diskussion meinerseits, da ich es gerne weiter probieren wollte), dass das Risiko nun dramatisch zu groß sei und es nicht mehr verantwortbar sei, da die Gefahr der Gebärmutteruptur mit den starken Wehen immer größer wurde.

 

Die Geburt, der Kaiserschnitt

Nachdem ich bei Marthas Kaiserschnitt die Vollnarkose notfallmäßig haben musste, hatte ich unter Lottes Geburt so starke Panik, dass es mein Wunsch war wieder einen Kaiserschnitt mit Vollnarkose zu haben.

Dieses Mal konnte ich, mit Unterstützung von meiner Schwester, der Hebamme und der Ärzte, die mir sehr bei der aufkommenden Panik beigestanden haben, den Kaiserschnitt miterleben- ohne Vollnarkose. Und es ist wirklich nicht so schlimm, wie ich es mir immer ausgemalt hatte!

Geburt nach Kaiserschnitt mit Baby und Tochter im Krankenhaus

Rosa wurde um 23:40 Uhr per Kaiserschnitt geboren, 3000g schwer, 48 cm groß, mit einem Apgar-Wert von 10 und konnte dann gleich zu mir, bzw ein paar Minuten später zu Thomas (der mittlerweile auch ins Krankenhaus gekommen war).

Der Entschluss eines Kaiserschnittes kam wohl gerade zur rechten Zeit; laut der operierenden Ärzte sah alles nach einer beginnenden Ruptur aus.

 

Die schönste Geburt

Und obwohl ich ja eine natürliche Geburt angestrebt habe, war es trotzdem eine sehr schöne (und im Vergleich zu den anderen auch die schönste) Geburt, die ich bis jetzt erlebt habe.

Ich konnte alles sehr bewusst erleben, hatte großartige Unterstützung und war nach dem Kaiserschnitt wieder relativ fit.

Dazu beigetragen, die Geburt so erleben zu können, haben natürlich auch meine Familie, meine Schwester und Mutter, die mich sehr bei meinen Vorhaben und der Vorbereitung unterstützt haben und wirklich das gesamte Team im Städtischen Krankenhaus.

Ich habe sowohl in den Vorgesprächen als auch während der Geburt durch das Hebammen- und Ärzteteam und nach der Geburt durch das Krankenschwesternteam sehr viel positive Unterstützung und Behandlung erfahren.

Dafür bin ich sehr dankbar und mir ist einmal mehr bewusst geworden, wie wichtig diese Menschen und ihre Arbeit für uns Frauen (nicht nur unter der Geburt) ist.

 

Neugeborenes Baby Mädchen, das mit Kaiserschnitt geboren wurde,liegt auf rosa Decke und schläft

Also, nur Mut!

Ich hoffe, dass ich allen, die vielleicht in einer ähnlichen Situation sind, ein wenig Mut machen kann, ganz selbstbestimmt den Weg zu gehen, der sich richtig anfühlt.

 

Happy Baby!

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