Erfolgreich selbstständig als Mama und Fotografin Mompreneur

Mompreneur – Erfolgreich selbstständig als Mama und Fotografin


Was bedeutet das eigentlich, „Mompreneur“?


Mit „Mompreneur“ werden Frauen bezeichnet, die aus eigener Motivation erfolgreich und aktiv selbstständig und zeitgleich Mama sind.


Bei Wikipedia steht zum Stichwort „Mompreneur“:

Mompreneur is a neologism defined as a female business owner who is actively balancing the role of mom and the role of entrepreneur.


Und ja, irgendwie fühle ich mich diesem Begriff zugehörig.


Selbstständig seit 2012


Schließlich bin ich jetzt seit 2012 als Fotografin selbstständig und seit 2014 das erste Mal und mittlerweile Dreifach-Mama. Und trotz einiger (ungefragt geäußerten) Prognosen, dass ich meine freiberufliche Tätigkeit bald aufgeben werde, etc. habe ich meine Selbstständigkeit trotz oder gerade mit den Kindern immer weitergeführt. Und sogar meine Umsätze jedes Jahr gesteigert.

Wie ich die jeweilige Babyzeit vorbereitet und organisiert habe, habe ich in diesem Blogbeitrag „Freiberuflich & Baby“ ausführlicher beschrieben.


Erfolgreich selbstständig als Mama und Fotografin Mompreneur


Wie bekommt man Privatleben und Selbstständigkeit „unter einen Hut“?


Die häufigste Frage, die ich (am meisten über Instagram) bekomme, ist, wie ich meinen Job, die Familie, das Leben mit den Kindern etc. unter einen Hut bekomme.

Und weil ich mich das auch IMMER bei anderen Frauen frage, schreibe ich euch hier einfach mal die Tipps und Tricks auf, die sich bei mir in den letzten Jahren zusammengesammelt haben. Ich bin da übrigens immer dankbar für weitere Tipps; Erfahrungen und Anregungen!



Tipps & Tricks für Mompreneurs


Meine Lieblingstipps habe ich einfach zwischendurch in Nebensätzen aufgeschnappt oder zum Beispiel beim Überfliegen eines Artikels gelesen. Diese haben sich teilweise so stark eingeprägt, dass sie eine Art „Leitsätze“ geworden sind.


Hier eine Übersicht:


  • Arbeitszeit ist keine Haushaltszeit
  • Konzentriere dich auf deine Kernkompetenz
  • Stelle eine Haushaltshilfe ein
  • Baue dir ein (privates) Netzwerk auf
  • Dinge an den Partner abgeben
  • Gelassenheit

Einer der wichtigsten Artikel war für mich ein Interview in dem Magazin EDITION F. Leider weiß ich nicht mehr welches Interview es genau war aber ich habe aus diesem sehr wertvolle Tipps für mich mitgenommen. Unter anderem diesen hier:



Arbeitszeit ist keine Haushaltszeit


Deine Arbeitszeit ist deine Arbeitszeit und NICHT die Zeit um den Haushalt zu erledigen. Dazu gehört auch, nicht mal eben den Geschirrspüler auszuräumen/Wäsche auzuhängen, den Einkauf zu erledigen oä auszuräumen. Jede dieser Aufgaben kostet wertvolle 5-10 Minuten, die dann von der Arbeitszeit abgehen. Das alles kannst du in deiner Freizeit oder Familienzeit machen (dann sieht deine Familie auch, was alles zu tun ist).


Ich muss zugeben, es fällt mir auch manchmal sehr schwer, den Haushalt einfach liegen zu lassen. Besonders wenn ich im Home Office arbeite und an der unaufgehängten Wäsche, dem unordentlichen Wohnzimmer oder dreckigen Küche vorbeigehen muss.


Erfolgreich selbstständig als Mama und Fotografin Mompreneur


Konzentriere dich auf deine Kernkompetenz


Das heißt; Gib alles ab, was du an andere Personen abgeben kannst und konzentriere dich auf das, was du wirklich gut und gerne machst.

Schlage dich nicht mit der Steuererklärung herum. Das kann deine Steuerberaterin viel schneller und effektiver und auch noch korrekter machen. Genau so ist es mit dem Herumbasteln an der Website. Klar, du willst die Übersicht haben, selber ein neues Design hochladen oä. Kannst du auch alles machen. Nur den „nervigen“ Kleinkram (Updates, Backup’s erstellen)- das, was Zeit frisst, gibst du ab.

Fachleute kosten zwar immer aber es spart einfach deine Zeit (und letztendlich deine Nerven und dein Geld).



Stelle eine Haushaltshilfe ein


Ich weiß nicht woher das kommt, dass wir neben dem Job, dem Mama, Ehefreundin, Freundin, Tochter sein, auch noch den Haushalt schaffen wollen. Für mich geht das einfach gar nicht. Zumindest nicht, wenn man nicht total gestresst durch das Leben gehen möchte.


Diesen Tipp, eine Haushaltshilfe einzustellen, finde ich so extrem wichtig. Den wichtigsten überhaupt. Für mich ist sie, neben meinem Mann Thomas, die wichtigste Unterstützung meiner Selbstständigkeit. DENN: sie weiß, wann welches Bettzeug gewechselt werden muss, wo das Geschirr aus dem Geschirrspüler hingeräumt wird, wann welches Fenster mal wieder geputzt werden muss, welche Putzartikel eingekauft werden müssen. Sie sieht es, wenn die Kissenbezüge auf dem Sofa einen Waschgang benötigen. OHNE, dass ich darüber auch noch nachdenken oder dafür einen Plan machen muss. Und zur Not passt sie auch mal auf eines der Kinder auf (das war besonders in der Corona-Zeit total wertvoll), wenn ich ein Telefonat führen muss.


Am Anfang meiner Selbstständigkeit, habe ich auch noch alles selber gemacht. Im Nachhinein kann ich nur sagen, unsere Haushaltshilfe nimmt mir so einen großen Teil der gedanklichen und tatsächlichen Care-Arbeit ab, dass ich das jeder (selbstständigen) Mama einfach nur empfehlen kann.


Außerdem trägt sie enorm dazu bei, dass die Themen „Haushalt und Hausputz“ wenig Konflikte bei uns in der Beziehung generieren.


Thomas macht viel im Haushalt und Garten aber wir haben beide einen teilweise sehr unterschiedlichen Anspruch wann was aufgeräumt und geputzt werden soll. Das ist nicht weiter schlimm aber besonders in Phasen, in denen ich sehr viel zu tun habe, habe ich keine Lust auf Konflikte zum Thema Haushalt&Hausputz. Das raubt nämlich auch Zeit und Energie, die du viel mehr für deine Selbstständigkeit brauchst.


Erfolgreich selbstständig als Mama und Fotografin Mompreneur

Nimm jede Hilfe an, die dir angeboten wird


Dann hat mir einmal eine Frau, die selber Mama von vier Kindern ist, im Flugzeug (da hatten wir erst zwei Mädels und Rosa war noch im Bauch) einen guten Tipp gegeben: Nimm so viel Hilfe an wie möglich. Wenn einer einen Kuchen zum Nachmittagskaffee mitbringen möchte, immer ja sagen! Wenn die Nachbarin das Kind mit zum Einkaufen nehmen möchte, bitte imme gerne! Wenn dir deine Freundin anbietet, eben den Müll rauszubringen, nimm es dankend an!


Klar, du KANNST das alles alleine schaffen, aber du MUSST es eben nicht.



Baue dir ein (privates) Netzwerk auf


Neben dem beruflichen Netzwerk solltest du dich auf jeden Fall auch um ein Netzwerk aus Nachbarn, Freunden, Familie, Tagesmama, Babysittern aufbauen und regelmäßige Kinderbetreuungstermine bzw. Spieltermine verabreden. So habt ihr eine Routine und nicht so große Hürde, falls du schnell mal eben eine Notbetreuung brauchst.


Oma&Opa


Wir haben meine Eltern in der Nähe, bei denen die großen Mädels regelmäßig übernachten und/oder zum Spielen da sind (mittlerweile sogar auch Rosa).


Tagesmutter


Die Tagesmutter, bei denen alle drei mittlerweile in der Betreuung waren und sind, ist eine weitere wichtige Vertrauensperson der Kinder, bei der auch die großen Mädels immer noch gerne mal zum Spielen sind.


Nachbarn/Babysitter


Außerdem haben wir eine sehr liebe Nachbarin, die regelmäßig abends und nachmittags auf die Kinder aufpasst und auch mal die Großen vom Kindergarten abholt.


Spielfreunde


Dann gibt es noch mehrere Familien und Freunde von den Kindern aus dem Kindergarten und der Nachbarschaft, mit denen die Kinder sich gerne verabreden und die entweder bei uns oder den anderen Kindern spielen. Das Aufpassen beruht natürlich auf Gegenseitigkeit und ich versuche es immer wieder anzubieten, die anderen Kinder auch mal mit abzuholen/zum Spielen zu verabreden.


Dinge (an den Partner) abgeben


Eine der schwierigsten Punkte; Aufgaben an den Partner abzugeben. Und zwar komplett. Das macht den Kopf frei ist aber auch eine echte Herausforderung. Das beinhaltet nämlich nicht nur das Abgeben sondern auch zu akzeptieren, dass der Partner Dinge ganz anders machst als du selbst.


Und das kann dann eben sein, dass deine Kinder mal ohne Brotdose in den Kindergarten gehen, zum Kindergeburtstag mit nicht verpacktem Geschenk kommen oder zum Einkaufen in Strumpfhose und Unterhemd mitgenommen werden.


Ich weiß, das ist als Mama schwierig zu akzeptieren. Sehr schwierig sogar. Denn irgendwie sind die eigenen Kinder ja ein Teil von einem, die es so gut wie möglich zu umsorgen und versorgen gilt. Nur; wer weniger Care-Arbeit und Mental Load in der Familie übernehmen will, muss sich dafür auch selber bewusst entscheiden und das dann auch durchziehen.


ABER das Versorgen und Umsorgen ist dann gerade nicht dein Business. Der Papa, der Partner/in, der andere ist ja auch ein voll entscheidungsfähiger Mensch und muss vielleicht erst einmal durch das Ausprobieren eigene Erfahrungen machen. Um dann vielleicht sogar festzustellen, dass es einfach praktischer ist, die Brotdose schon am Abend vorher fertig zu machen, wenn beim Abendessen sowieso schon alles auf dem Tisch steht.


Erfolgreich selbstständig als Mama und Fotografin Mompreneur

Tipps dürfen natürlich immer gegeben werden aber nur wenn der Partner fragt!


Und; gerade dieses Abgeben bedarf sehr vieler Wiederholungen und Übung, bis man das für sich selber routiniert hat.


Und das führt auch direkt zu meinem nächsten Punkt:



Gelassenheit


Besonders das Thema „Abgeben“ bedarf extrem viel Gelassenheit.


Man muss sich aber immer wieder bewusst machen:


Wir leben in Deutschland. Bestimmt haben auch schon andere Eltern mal die Brotdose vergessen und das Kind wird definitiv nicht verhungern (spätestens nach vier Stunden gibt es ja sowieso wieder Mittagessen). Dem Geburtstagskind ist es in der Regel sowieso völlig egal ob das Geschenk verpackt oder nicht verpackt ist, Hauptsache der Inhalt stimmt. Und spätestens wenn dem Kind im Unterhemd im Supermarkt kalt ist, wird es von selbst auf die Idee kommen, sich das nächste Mal etwas anderes anzuziehen (oder den anderen Elternteil so volljammern, dass dieser von vorneherein andere Kleidung auswählt). Ihr seht; mit ein bisschen Abstand und Humor funktioniert ein anderer Blick ganz gut oder?



Eure Tipps?


Welche Tipps habt ihr, was sind eure wichtigsten Dinge, die euch bei der Vereinbarkeit von Beruf und Familie, als Mompreneur oder Angestellte am meisten helfen?

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